Ideen bewerten – Die HOW-WOW-NOW-Matrix

Mit Hilfe von Kreativitätstechniken wie Brainwriting, SCAMPER oder dem Morphologischen Kasten können Sie oft in kurzer Zeit sehr viele Ideen generieren. Das Ziel in der ersten, divergenten Phase ist schließlich der Fokus auf Quantität. Von diesen Ideen sind jedoch sicherlich nicht alle gleich gut geeignet, Ihr Problem zu lösen. Daher stellt sich die Frage, wie man aus der Fülle an Ideen die spannenden, vielversprechenden herausfiltert.

Bewertungskriterien von Ideen sind nie objektiv

Die Bewertung von Ideen ist im strengen Sinn nie objektiv möglich (darauf deutet bereits das Teilwort “wert” hin), in der Regel aber auch nicht notwendig. Wenn Sie beispielsweise zum runden Geburtstag Ihrer Partnerin oder Ihres Partners eine Geschenkidee suchen, legen Sie möglicherweise eher Wert auf eine besonders originelle, emotionale Idee, die eindrücklich in der Erinnerung bleibt. In anderen Situationen spielen jedoch vermutlich andere Faktoren wie zum Beispiel Kosten der Umsetzung oder verfügbare Ressourcen und Fähigkeiten eine Rolle.

Bewerten von Ideen anhand Machbarkeit und Originalität

Kriterien für die Ideenauswahl sind also letztlich subjektiv bzw. von der konkreten Entscheidungssituation abhängig. Es gibt jedoch durchaus allgemeine Kriterien, die oft für eine gute Vorauswahl sorgen. Sehr verbreitet sind die Kriterien Machbarkeit und Originalität. In Kombination sind diese beiden Kriterien ein leicht anzuwendendes, hilfreiches Werkzeug um Ideen in verschiedene Bewertungsgruppen zu sortieren. Sehr anschaulich wird dies, wenn die Ideen anhand einer 2×2-Matrix visualisiert werden. Dabei steht eine Achse für den Grad der Machbarkeit, während die andere Achse für den Grad der Originalität steht. Dadurch ergeben sich 4 Gruppen (oder “Cluster”) von Ideen:

  1. geringe Machbarkeit, keine besondere Originalität
  2. hohe Machbarkeit, keine besondere Originalität
  3. geringe Machbarkeit, hohe Originalität
  4. hohe Machbarkeit, hohe Originalität

Die Gruppierung von Ideen anhand dieser 4 Kombinationen zeigt unmittelbar auf, wie mit den entsprechenden Ideen weiterverfahren werden sollte. In der Praxis haben sich dafür auch entsprechende englische Begriffe etabliert: HOW, WOW und NOW. Einen vierten Begriff gibt es nicht, da die betroffene Gruppe Ideen enthält, die verworfen werden.

  1. Ideen, die nicht/kaum machbar und nicht besonders originell sind, können vermutlich ruhigen Gewissens verworfen werden
  2. NOW!: Ideen, die sehr gut machbar, wenn auch nicht besonders originell sind
  3. HOW?: Ideen, die vermutlich nicht so leicht umzusetzen sind, aber sehr originell
  4. WOW!: Ideen, die sowohl gut umzusetzen und besonders originell sind

NOW-Ideen sind zwar keine bahnbrechenden Ideen, dafür aber sehr gut machbar. Deshalb können und sollten sie umgehend umgesetzt werden (NOW!: engl. Jetzt!). HOW-Ideen sind sehr originell und daher interessant, es stellt sich jedoch die Frage, wie man sie umsetzen kann. Hier gilt es also, an der Idee weiterzuarbeiten (HOW?: engl. Wie?). WOW-Ideen sind Ideen, die besonders gut sind und auch vermutlich machbar. Hier gilt es, die entsprechenden Umsetzungsschritte zu planen.

Die HOW-WOW-NOW-Matrix zur Ideenbewertung

Eine visuelle Darstellung der Ideen in einer 2×2-Matrix (auch: HOW-WOW-NOW-Matrix genannt) verdeutlicht den Leitgedanken dieser Kategorisierung.

ideen-bewerten-how-wow-now

 

1 Comment

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  1. Interessant! Davon haben wir noch nichts gehört. Werden die NOW-WOW-HOW Matrix mal ausprobieren.
    Danke für den Beitrag

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