Divergentes bzw. laterales Denken

Mit Kreativität verbinden wir ungewöhnliche und unbekannte Ideen, Gedanken und Lösungen. Die Wahrscheinlichkeit für kreative Einfälle kann erhöht werden, indem gewohnte Denkpfade verlassen und mentale Schranken überwunden werden.

 

Divergentes und konvergentes Denken

Für diese Art des Denkens prägte Joy Paul Guilford den Begriff “divergentes Denken”. Divergentes Denken bedeutet, sich offen, unsystematisch und experimentierfreudig mit einem Thema oder Problem zu beschäftigen. Das divergente Denken ist das Gegenstück zum konvergenten Denken. Konvergentes Denken beschreibt das gewöhnliche, lineare, streng rational-logische Denken.

Laterales und vertikales Denken

Eine sehr ähnliche Unterscheidung von kreativem und konventionellem Denkstil macht Edward de Bono. Er gilt als Urheber des Begriffs “laterales Denken”. Laterales Denken steht ebenso wie divergentes Denken für offenes, spielerisches Denken über ein Thema. Das Gegenstück ist vertikales Denken und lehnt sich stark am Begriff des konvergenten Denken an. Da beide Begriffspaare von Guilford und de Bono sich stark ähneln, werden sie häufig gleichbedeutend verwendet.

Denkstile im kreativen Prozess

Im kreativen Prozess spielen sowohl divergentes Denken als auch konvergentes Denken eine Rolle. Kreativitätstechniken und Kreativitätsprozessmodelle versuchen, durch Berücksichtigung beider Denkstile neue, kreative aber auch umsetzbare Ideen zu fördern. Divergentes und konvergentes Denken sind komplementär: sie ergänzen sich, können aber nicht gleichzeitig ausgeführt werden.

2 Comments

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  1. 1. Obwohl das Laterale Denken ein eben solches System darstellt wie das lineare Denken, so ist sein größter Gewinn doch die Tatsache, daß wir allein durch die Akzeptanz einer alternativen Denkweise wie ein Küken aus der zerbrochenen Eierschale namens Logik schauen und feststellen, daß die Welt doch ein bißchen größer ist, als uns die Schulweisheit mit ihrer Kausalitäts-Gläubigkeit einzureden versucht.

    2. Das Laterale Denken ist nun zwar ein etwas größeres und komfortableres, aber letztlich immer noch auch ein (Denk-)Gefängnis. Und auch dieses – wenn auch kleine – System birgt Denk-Barrieren. Diese sind von einem (auch) lateral denkenden Menschen ähnlich schwer auszumachen, wie es kaum ein Logiker vermag, die Logik selbst… von Außen zu betrachten. Manch einer verknüpft gar seine gesamte Existenz mit der Logik: “Ich denke, also bin ich.” 🙂

    3. Der nächste Schritt führt uns aus dem Denken selbst… heraus.

    Grüße zum Wochenende,
    Nirmalo

  2. “Denke nie, gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken. Denn wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst, aber richtig denken tust du nie!”

    Bleibt immer noch die Frage ob man überhaupt aus dem erlernten System des Denken mit den erlernten Mitteln des jeweiligen Denksystems heraus brechen kann.

    Oder welche Mechanismen befähigen das Küken dazu sich aus dem Ei heraus zu bewegen?
    Woher kommt dieses Streben?
    Ich bin mir nun sicher das kollektive “Bewusstwerden” trägt einen Teil dazu bei!

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