Ideen weiterentwickeln mit SCAMPER

Manchmal befinden Sie sich in einer Situation, in denen Sie schon ein paar Ideen zu einem Problem gefunden haben, aber von den bisherigen Einfällen noch nicht überzeugt sind. Oder aber Sie stellen sich die Frage, wie Sie ein bereits bestehendes Produkt oder Dienstleistung neu interpretieren können.

In diesen Situationen kann die Kreativitätsmethode SCAMPER Ihnen weiterhelfen. Sie wurde von Bob Eberle entwickelt. Bei SCAMPER handelt es sich um eine Checkliste für das Spielen mit Ideen und/oder die Produktentwicklung. Aber auch Dienstleistungen lassen sich damit analysieren und weiterentwickeln. Im Grunde ähnelt SCAMPER der Osborn-Checkliste stark. Die Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Methoden und damit verbundenen Fragen, die Sie auf die bestehene Methode anwenden können, um neue Ideen zu generieren:

  • Substitute (Ersetze)
    Welche Teile der Idee oder des Produkts können Sie ersetzen?
  • Combine (Kombiniere)
    Lassen sich Teile oder das Ganze mit anderen Dingen kombinieren?
  • Adapt (Passe an)
    Wie könnte man Elemente aus anderen Bereichen übernehmen, anpassen und in die Idee aufnehmen? Oder gibt es Marktentwicklungen wie der Wunsch nach anderen Formfaktoren, gemäß derer wir Anpassungen vornehmen könnten?
  • Magnify (Vergrößere)
    Was könnte man vergrößern oder betonen?
  • Put (Übertrage)
    Für welche anderen Zwecke lässt sich die Idee noch einsetzen?
  • Eliminate (Entferne/Verkleinere)
    Was könnte man verkleinern oder weglassen?
  • Rearrange/Reverse (Ordne neu an/Kehre um)
    Könnte man die Anordnung und/oder Reihenfolge der Teile meiner Idee ändern? Was wäre wenn Teile oder das Ganze umgekehrt werden?

SCAMPER hilft, wenn die Ideenfindung stockt

Die SCAMPER-Methode ist also so etwas wie die Erste Hilfe, wenn Ihr Ideenfindungsprozess ins Stocken gerät. Nehmen wir ein Beispiel: Angenommen, Sie sind der Geschäftsführer einer Möbelfirma, die auf die Herstellung von Gartenmöbeln spezialisiert ist. Sie suchen nach neuen Produktideen für den kommenden Sommer. Ihnen will aber partout nichts einfallen. Also blicken Sie auf die Ihr bestehendes Sortiment von Gartenstühlen und wenden SCAMPER an.

Sie beginnen mit dem einfachen Modell STANDARD, das aus weißem Kunststoff besteht.

  • Substitute: Wir können das Material durch Holz ersetzen oder die einfarbige Oberfläche durch trendige Retromuster.
  • Combine: Wir können einen Getränkehalter in die Armlehne integrieren oder wir integrieren einen kleinen Sonnenschirm.
  • Adapt: Wir können einen Elektromotor einbauen um die Einstellung der Rückenlehne so komfortabel wie möglich zu machen.
  • Magnify: Wir können die Sitzfläche so verbreitern, dass zwei Personen oder auch stark übergewichtige Personen bequem sitzen.
  • Put (to another use): Wir können den Stuhl als Modul für unser Gartenschaukel-Angebot verwenden.
  • Eliminate: Wir können die Armlehnen entfernen um ein angesagtes, minimalistisches Design zu erzielen.
  • Rearrange/Reverse: Wir können die Stuhlbeine anders anorden als bei unseren klassischen Modellen. 

2 Comments

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  1. sehr schöner Beitrag! Auf http://www.businesspioneer.de betrachte ich ebenfalls Kreativitätstechniken, aber mit dem Hintergrund daraus Geschäftsideen zu generieren. Villeicht einen Besuch Wert 😉

  2. Interessante Methode. Schade, dass ich im Moment gerade keine Idee suche, hätte richtig Lust dazu 😉

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