Collective Notebook ist ebenso wie die Methode 635 eine Brainwriting-Kreativitätstechnik. Bei den meisten Kreativitätstechniken werden Ideen in einer gemeinsamen Sitzung und in relativ kurzer Zeit gesammelt werden. Die Collective-Notebook-Methode ist jedoch auf einen längeren Zeitraum angelegt und die Teilnehmer müssen bzw. sollen bei der Durchführung nicht am selben Ort sein.

Die Grundidee des Collective-Notebook-Brainwritings besteht darin, dass die Teilnehmer über einen bestimmten Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen ein Notizbuch bei sich tragen und ihre Ideen und Gedanken zur Ausgangsfrage darin notieren. An einem vereinbarten Termin werden die Ideen und Gedanken schließlich ausgetauscht und diskutiert.

Eine Variante des Collective-Notebooks besteht darin, ein einziges, öffentliches Notizbuch zu verwenden, welches an einer gut erreichbaren Stelle ausliegt.

Anwendungsgebiete des Collective-Notebooks

Collective-Notebook eignet sich besonders für komplexe Probleme. Durch den relativ langen Durchführungszeitraum haben die Teilnehmer deutlich geringeren Zeitdruck. Ideen und Gedanken werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gesammelt, die Teilnehmer können das Thema flexibel bearbeiten. Durch die individuelle Auseinandersetzung der Teilnehmer mit dem Thema können Teams aus Mitgliedern verschiedener Kulturen, Fachgebieten und Sprachen gebildet werden. Übersetzungs- und Koordinationsaufwand entsteht erst bei der Sammlung der Ideen und Diskussion und ist besser planbar als in kurzfristigen Kreativ-Sitzungen.

Das Collective-Notebook eignet sich weniger für Situationen, in denen kurzfristig Ideen erzeugt werden sollen.

Voraussetzungen für Collective-Notebook-Brainwriting

Für die Collective-Notebook-Kreativitätstechnik werden eine ausreichende Anzahl von Notizbüchern und ein Koordinator benötigt. Jeder Teilnehmer erhält ein Notizbuch mit einer Problembeschreibung. Der Koordinator ist für die Verteilung der Notizbücher und das Wiedereinsammeln verantwortlich. Er leitet auch die abschließende Bewertungssitzung.

Ablauf und Vorgehen beim Collective-Notebook-Brainwriting

Das Collecive-Notebook-Brainwriting unterteilt sich idealtypisch in drei Phasen:

  1. Vorbereitungsphase
    In dieser Phase werden die Teilnehmer ausgewählt und über Vorgehen sowie Ausgangsfrage unterrichtet. Die Teilnehmer erhalten jeweils ein Collective-Notebook.
  2. Durchführungsphase
    In der Durchführungsphase sind die Teilnehmer aufgerufen, ihre Ideen und spontanen Einfälle sowie relevante Gedanken zu notieren. Optional ist es auch möglich, die Teilnehmer zu täglichen Eintragungen aufzufordern. So entsteht ein Anreiz für die Teilnehmer, sich regelmäßig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Am Ende der Durchführungsphase sollte jeder Teilnehmer eine Zusammenfassung seiner Ergebnisse erstellen.
  3. Auswertungsphase
    In der Auswertungsphase werden die Zusammenfassungen vorgestellt und Ideen diskutiert. Nun werden Lösungsvorschläge erarbeitet.

In der dritten Phase sollte eine gemeinsame Gruppensitzung stattfinden. Ansonsten können die Teilnehmer individuell und flexibel bezüglich Ort und Zeit das Thema bearbeiten. Die erste Phase kann sowohl in einer Gruppensitzung als auch verteilt (z.B. per E-Mail) stattfinden. Wichtig ist nur, die Teilnehmer gut über Vorgehen und Ausgangsfrage zu informieren und mit Notizbüchern auszustatten.

Zusammenfassung

Collective-Notebook-Brainwriting unterscheidet sich von vielen Kreativitätstechniken durch den längeren Durchführungszeitraum und den weitgehenden Verzicht auf eine Gruppensitzung für die Ideenfindung. Lediglich für die Auswertungsphase ist eine Gruppensitzung ratsam. Die Collective-Notebook-Methode ist eine Kreativitätstechnik, die sich für komplexe Probleme eignet. Für kurzfristige Problemlösung sind jedoch Kreativitätstechniken mit einem Schwerpunkt auf gemeinsamer Kreativsitzung in der Regel besser geeignet.

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